Dramatisch viele Projekte (private wie berufliche) schöpfen nicht ihr volles Potential aus. Viele scheitern sogar. Und das aus meist ganz banalen Gründen.

Ein Marathonlauf ist hierbei ein gutes Beispiel. Ab Kilometer 35 gibt es keine Schönheitspreise mehr zu gewinnen. (Okay: Bei den Elite-Läufer:innen sieht das auch dann noch ganz geschmeidig aus!)

Bei „Normalsterblichen“ wie mir ist der Erfolg dann auch fast gar nicht mehr vom Training abhängig. Vielmehr kommt es auf drei Faktoren an:

(1) Worum geht es hier eigentlich?

Wie ein Projekt lässt sich beim Marathon nicht alles vorhersehen oder gar planen. Wie wird sich das Wetter auswirken? Wie komme ich im Feld zurecht? Man läuft also gewissermaßen auch immer ein bisschen ins Ungewisse. Genau deshalb muss ich eines genau wissen: WARUM mache ich das? Was ist mein Ziel? Denn am Ende nützt mir kein Schönheitspreis auf den ersten 30 Kilometern, wenn ich danach abbrechen muss … .

Der Weg KANN das Ziel sein. Allerdings nützt mir kein perfekter Weg, wenn er am Ziel vorbeiführt … 🙂

(2) Was ist der nächste kritische Meilenstein?

Ein Marathon ist ein Paradebeispiel für Agilität. In 3 – 4 Stunden kann das Wetter von „kalt“ zu „warm“ und zurück umschlagen. Oder mein eben noch so konstanter Puls spielt plötzlich verrückt. Mein Paceplan ist plötzlich völlig unbrauchbar, weil ich keine passende Gruppe zum Mitlaufen finde … .
Wichtig ist also immer: Welches ist die naheliegendste Aufgabenstellung? Was muss ich jetzt in den Griff kriegen, um auf dem Weg in Richtung Ziel zu bleiben?

Interessanterweise gibt es da wieder eine starke Parallele zu Projekten aller Art, oder?

(3) Gibt es Klarheit, wer bis wann was gemacht haben muss?

Der für mich wichtigste Teil: Wie finde ich eine Entscheidung, ob ich auf eine Situation reagieren muss? Braucht der Oberschenkel bei der nächsten Verpflegungsstation eine kurze Dehnung, damit ich keine Krämpfe bekomme? Muss ich jetzt vielleicht tatsächlich mal für ein paar Kilometer „Tempo rausnehmen“? Kann ich jetzt die Lücke zum „Pacemaker“ zulaufen, weil ich es später nicht mehr schaffe? Oder verliere ich dabei zuviel Energie?

Beim Marathon muss ich das im letzten Drittel mit mir selbst ausmachen. Und so verrückt es klingt: Ich „bespreche“ das tatsächlich mit mir!

Im Projekt allerdings hängt es von der Kommunikation im Projektteam ab.

Sorgen wir also für eine gute Kommunikation über die wichtigen Dinge. Nehmen wir uns Zeit. Machen wir einen Schritt zurück. Und klären das gemeinsame Ziel. Und schauen dann gemeinsam auf die vor uns liegenden Hürden.

Jeder Marathon beginnt mit dem ersten Schritt. Dann sollte jedes Projekt mit einem, dem richtigen Wort beginnen:

Warum?

Herzlichst
Ihr Carsten Sprung

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